Lisa liebt Friseur – NICHT!

beatles-friseur

Passend zum alten und besonders haarigem Problem, führe ich etwas Neues ein. Die Welt ist schließlich nicht immer rosarot und glitzernd. Deshalb kann ich auch nicht ALLES lieben. Und werde ab genau heute ein fettes „NICHT“ hinter die Überschriften schreiben, die ich gar nicht mag.

Frauen lieben Friseur (mein Freund Duden empfehlt diese Schreibweise). Sie haben meist immer ein und denselben, dem sie vertrauen, bei dem sie sich wohlfühlen, so richtig relaxen. Nebenbei macht der Friseur aus einer normalen Frau die schönste Frau der Welt mit der wundervollsten Farbe in den Haaren und dem angesagtestem Haarschnitt. Nicht bei mir.

Während meiner Kindheit wollten meine Schwester und ich unbedingt die Haare so haben, wie unser Papa. Blöd nur, dass Papa einen „Igelschnitt“ trug und trägt. So wurde mir und meiner Schwester auch einer verpasst. Gefühlt immer und immer wieder. Ich bedanke mich bei meinen Eltern, dass wir oft das bekommen haben, was wir wollten. Beim Thema Haarschnitt hättet Ihr aber auch getrost die Reißleine ziehen können und uns Mädels nicht einen Jungs-Haarschnitt verpassen sollen. (Es sei Euch verziehen!!!!) Mama sagt heute noch, dass wir aber „trotzdem“ süß waren. Mag sein, aber mit kleinen, süßen, geflochtenen Zöpfen wären wir bestimmt noch sweeter um die Ecke gekommen und wären nicht ständig gefragt worden, seit wann Jungen Ohrringe oder Spangen tragen.

Als ich dann in der vierten Klasse ENDLICH meine Haare „lang“ hatte, immerhin bis zum Kinn, konnte ich meinen langersehnten (Mini-)Zopf tragen. Ich war König! Schließlich träumte ich schon unzählige Male, dass ich zaubern könne und die erste Amtshandlung als Zauberin war es immer, mir lange Haare zu verpassen.

Dann kam der große Tag. Das Ende der Grundschule und das Ende der Sommerferien und somit der Schulwechsel zum Gymnasium. Die ersten drei Wochen der Sommerferien verbrachten wir selbstverständlich auf Borkum. In der letzten Ferienwoche fuhr ich (ich glaube das erste Mal alleine) zum Friseur. Für den Schulwechsel sollte alles perfekt sein, auch die Frisur.

Nun saß ich auf dem großem Friseurstuhl und erklärte der Friseurin meine Wünsche: „Ich hätte die Haare gern so, dass ich sie noch hinter die Ohren stecken kann oder mir einen Zopf machen kann.“ Schnipp schnapp, Haare ab. Doch was genau hat die Dame mit der Schere in der Hand NICHT verstanden!?!?!?!?!??!?! Als ich mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, war ich am Boden zerstört und heulte die ganze Strecke. Im Friseursalon schaffte ich es noch, ohne Tränenfluss zu bezahlen, gute Miene zu so einem wirklich miesen und bösem Spiel zu machen! Die Friseurin muss TAUB gewesen sein, denn sie verpasste mir eiskalt einen TOPFSCHNITT. Eine Beatles-Friseur. Einen Pottschnitt. Eine Jungs-Frisur, die ich Nullkommanull stylen konnte! Mit der ich zur Einschulung musste! Mit der ich wirklich aussah wie ein Junge!

Dabei hatte ich die Haare doch eine Millionen Jahre „gezüchtet“ und mit einem Male wurde alles zerstört! Hier liegt mein „Ich liebe Friseur – NICHT!“ Ursprung begraben. Hier entstand meine tiefe Abneigung zum Friseur. Hier begann mein Leben ohne neue und hippe Haarschnitte.

Zu Hause angekommen, heulte ich weiter (und ich heule wirklich nie!). Mama kam direkt auf mich zugeschossen. Einfühlsam wie sie ist und war merkte sie direkt, dass ich GAR NICHT mit der Friseur einverstanden war und versuchte mich mit „Lisaaaaaaaa, wir machen einfach ein Tuch in die Haare und schon sieht es schön aus“ aufzumuntern. Gesagt, getan. Schwups trug ich ein Tuch in den Haaren, so gebunden wie ein Haarband. Ich hätte direkt in die nächste Rockergruppe eintreten können. Und fühlte mich kein bisschen besser!

Das schlimmste kam dann, als die fünften Klassen fotografiert wurden, für ein bleibendes Klassenfoto, an das man sich noch Jahre später erinnern, das tatsächlich wieder als „Vorher-Nachher-Bild“ in der Abizeitung auftauchen sollte. (So weit konnte ich damals noch nicht vorhersehen – zum Glück!) Da stand ich nun. Als Lisa-Beatle mit Pottschnitt zwischen allen Mädels mit geflochtenem Haar.

Und nein, leider hat die Friseur-Abneigung hier noch kein Ende gefunden. Stichwort Pony. Zahlreiche Versuche einen Pony zu tragen scheiterten erbärmlich! Nie nie niiiiiiieeeeeee lag der Pony gut!

Lisa ♥ Haare schneiden heute aber mehr als früher. Gestern erst hat der Versuch „einen Longbob ohne angeschrägt-geschnittene Haare am Hinterkopf“ zu schneiden hervorragend funktioniert. Es wird. Irgendwann MUSS es ja auch mal besser werden!

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2 Kommentare

  1. ich weiß ÜBERHAUPT nicht, was Du willst!!!Topfschnitt ist der neue Bob! Topfschnitt ist ANDERS. Topfschnitt ist HIP. Du weiß echt nicht, was gut für Dich ist. Also ob Dein Gesicht nicht OPTIMAL für einen Topfschnitt gemacht wäre. Immer das Geheule. Also echt!!!!“

    1. Lucie!!!!!!! Ich zeige dir bald mal DAS Foto mit Lisa als „Jungen“! Du wirst mein Geheule verstehen!!!!!!!!!!!! Aber Dir steht der Topf hervorragend!!!! Hahahahaaaaaaaaaa!

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