Lisa liebt Sommerabende oder auch: Tatort Wohnzimmer

Sommerabende sind ´was Feines. Die Hitze des Tages lässt nach, man sitzt gemütlich mit Freunden draußen, schlürft ein kühles Getränk und lässt sich die Wurst vom Grill schmecken. Ohne, dass sich sämtliche Poren öffnen und man schwitzt wie ein Wasserfall. So ergeht es mir oft. Und deshalb freue ich mich auch sehr, wenn ich abends in mein Bettchen hüpfe, das Fenster weit öffne und mit frischer Brise um die Nase einschlafen kann.

Wären da nicht:

  • laute Nachbarn, die zwischen 22 und 0 Uhr im Pool verbringen oder sich lauthals anschreien
  • Hunde, die sich zu einem Bellkonzert verabredet haben
  • Fliegen und Mücken, die nur ein Ziel haben: MICH!
  • und Katzen

Die ersten drei Punkte mag vielleicht jeder von Euch kennen. Den vierten Punkt muss ich ausführlicher erörtern. Vielleicht ist es auch so etwas, wie ein Therapiegespräch mit Euch hier auf dem Blog. Denn, mein Wohnzimmer wurde zu einem Tatort. Es ereignete sich ein Einbruch eines mehr als ungebetenen Besuchers.

Lisa der Katzenhasser

Alles begann damit, dass ich mich mal wieder nach einem heißen Tag auf die frische Brise bei geöffnetem Fenster freute. Da unsere Türen im Obergeschoss weiß gestrichen wurden, schlug ich mein Nachtlager im Wohnzimmer auf, wo es eh schon kälter ist, als im OG. Ich war allein, mein Mann mehrere Tage auf einem Festival. In gewohnter Tradition waren alle Fenster „auf Kipp“ und das Fenster direkt am Sofa öffnete ich komplett. Die frische Luft tat sehr gut und ich schlief schnell ein.

Dann träumte ich in den frühen Morgenstunden von laufenden Menschen, die irgendwie eine Party an unserem Haus zu feiern schienen, ich hörte Tritte, kleines Getrippel und fragte mich im Halbschlaf, ob jemand eingebrochen sei. Als ich dann die Augen aufschlug, sah ich den Einbrecher: EINE KATZE!!! (Genau da, wo der kleine Elefant stellvertretend im Titelbild steht, drei Meter von meinem Schlafplatz entfernt.)

Freunde und Familie von mir wissen, dass ich alles andere als ein Katzenfreund bin. Und so waren meine erste Worte: ACH DU SCHEIßE!!! Die Katze musste durch das offene Fenster vom Garten ins Wohnzimmer gesprungen sein und schlich mit ihren Pfoten und Krallen übers Parkett.

Sie muss über das Fenster im Garten herein gekommen sein??? Über mich hinweg? ACH DU SCHEIßE! Schockstarre! Bloßes Entsetzen! Wie kriege ich dieses Vieh hier wieder raus?!?!?! Ich bin allein!!!! Okeeee, Ruhe bewahren. Erst mal: Licht an. Gesagt, getan. Zum Lichtschalter gehechtet und direkt wieder zurück. Katze verstört, ich verstört. Katze springt hysterisch auf eine Fensterbank und zurück. Ich aufs Sofa und zurück. Meine einzige Chance die Katze schnell hinaus zu bekommen, sah ich in der großen Terrassentür. Nur davon war ich meilenweit entfernt. Ich versuchte mich an dem Tier hinauszuschieben, aber sie flüchtete. Ins Esszimmer. Zur angrenzenden Küche mit der rettenden Terrassentür. Weg versperrt. Ich hörte, wie das Ekel-Vieh ausrastete, gegen Schränke und Scheiben lief, aber ich konnte nichts tun. SCHOCKSTARRE!

Ich schaltete ein weiteres Licht im Flur an. Die Katze kam wieder auf mich zugeschossen, bog zum Glück unters Sofa ab und gelangte von dort aus zum geöffneten Fenster, durch das sie auch eingebrochen war. Schnell schmiss ich das Fenster zu, setzte mich und musste meinen Schock und mein Zittern verarbeiten, indem ich Whatsapp Nachrichten an Mann und Familie sendete.

Dann versuchte ich erneut, weiterzuschlafen. UTOPISCH! Alles roch nach diesem Ekel-Vieh, so dass ich komplett durchwischen musste! Was ja an einem Samstagmorgen so gegen 5 Uhr völlig normal ist.

Die letzte Nacht war dann auch eher geprägt von Katzen-Déjà-vus, schlechter Luft, da geschlossenes Fenster und erneut lauten Nachbarn, so dass ich mit Kopfhörern und Buch im Bett lag und versuchte, die Zeit tot zu schlagen. Also, diese Sommernächte 2018 werde ich so schnell nicht vergessen.

An alle Katzenfreunde: sorry, aber ihr habt bestimmt auch Tiere, die ihr nicht so mögt oder? Nur ein Vogel hätte alles noch mehr toppen können! Bitte drückt die Daumen, dass sich NIE ein Vogel in mein Haus verirren wird. Was das für katastrophale Folgen für mich haben würde, wag ich mir nicht auszumalen.

Dennoch: Lisa ♥ Sommernächte (aber bitte ohne nächtliche Zwischenfälle)

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